Christian Schweingruber
Senator Ted Russell wird am Abend der Abreise vom World Economic Forum, WEF, in Davos tot aufgefunden. Offiziell Herzversagen, aber drei Agenten der CIA und ein Polizist aus Davos glauben nicht daran. Sie verfolgen verschiedene Spuren. Findet sich die Lösung in der frühen Geschichte des machtgierigen Senators? Unterschiedliche Einzelschicksale verknüpfen sich am WEF auf mehreren Ebenen. Erlittene Verletzungen und Narben öffnen sich, schmerzen und führen zu einem dramatischen Finale.
Er hatte sich nur für einen kurzen Moment abgewendet. Das gefüllte Glas hielt er in der linken Hand. Er spürte den Einstich kaum. Ähnlich einem Stich einer Wespe, oder eher einer Mücke. Irgendwo auf der Höhe der rechten Niere. Eigenartig, unter dem Hemd von einer Mücke gestochen zu werden. Aber das war jetzt nicht wichtig. Dachte er sich.
Vor seinen Augen begann es zu flimmern. Dann dieser Nebel. Er schaute auf das an der Wand rechts von ihm hängende Bild. Den realistisch gemalten Gletscher sah er plötzlich zweifach, dann mehrfach. Gleichzeitig begannen seine Muskeln verrückt zu spielen. Sie zuckten, es schüttelte ihn, er verlor die Kontrolle über seinen Körper. Er hatte den Verlust von Kontrolle immer gehasst, sich stets vor ihm gefürchtet. Aber jetzt übernahm eine andere Macht seine Muskeln. Er schwankte wie auf einem Schiff bei hohem Seegang. Er konnte sich nicht mehr aufrecht halten und stürzte rückwärts zu Boden. Der Kopf schlug hart auf. Für einen kurzen Moment sah er Dunkelheit, dann ein helles Licht, dann nichts mehr. Er verlor das Bewusstsein und starb.
Im Zimmer war es nach den heftigen Worten zuvor totenstill. Es war getan. Kaum zu glauben, zu was man fähig war. Ein Akt der Rache, des Überlebens. Die Macht war gebrochen.